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Lenzburg, Kyburg, Habsburg – Hoheiten über Wallisellen

1077 - 1424
Der Zürcher Raum liegt im ausgehenden Frühmittelalter und im Hochmittelalter im Einflussbereich des fränkischen Reiches. Eine wichtige Verwaltungseinheit in diesem Reich sind die Gaue. Diese werden von Grafen verwaltet. Der heutige Kanton Zürich entspricht mehr oder weniger dem Zürichgau, zu dem auch Wallisellen gehört.

1077 erhalten die Grafen von Lenzburg die Herrschaft über den Zürichgau zugesprochen, womit sie ab diesem Datum auch als Vögte amten. Vögte würde man heute wohl am ehesten mit Richtern gleichsetzen, wobei es eine Gewaltentrennung zwischen Exekutive und Legislative damals nicht gibt. Mit dem Aussterben des Lenzburger Geschlechtes gehen die Rechte im 13. Jahrhundert an die Grafen von Kyburg und anschliessend an die Grafen von Habsburg über. Die Kyburg bleibt für Jahrhunderte der Sitz des Vogtes und ist somit das Zentrum, auf dem über Wohl und Wehen in Wallisellen entschieden wird.

Diese Wechsel von den Lenzburgern zu den Kyburgern und schliesslich zu den Habsburgern stehen für die Konzentration immer grösserer Gebiete in den Händen einzelner und damit für die wachsende Entfernung der Herrschaft von ihren Untergebenen. So amten die Grafen von Habsburg nicht mehr von der Kyburg aus, dort residieren nun deren Vögte und diesen gehen Untervögte zur Hand, die nicht auf der Kyburg leben, sondern, was für Wallisellen relevant ist, beispielsweise in Kloten.

Bild: Schloss Kyburg – hier lebte während Jahrhunderten der Vogt, der über Wallisellen wachte.
Schloss Kyburg