Wallisellen hält an der Vorfinanzierung für die Ladeinfrastruktur fest

24. September 2026
Nach vertieften vergaberechtlichen Abklärungen hält der Stadtrat an der geplanten Finanzierung der Basisinfrastruktur für die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur durch Steuermittel fest. Ein externes Finanzierungsmodell hätte deutlich höhere Kosten für Walliseller Kundinnen und Kunden zur Folge. Nach diesem Entscheid wird der sistierte Vergabeprozess fortgesetzt.

Im Juni 2026 bewilligten die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung einen Investitionskredit von CHF 889'000.00 für die Finanzierung der Basisinfrastruktur und Netzerschliessung von sieben öffentlich zugänglichen Ladestandorten für Elektrofahrzeuge in Wallisellen. Die Stimmberechtigten verbanden die Zustimmung mit zwei Auflagen: Einerseits soll ein zusätzlicher Ladestandort im Gebiet Schäfligraben entstehen. Anderseits ist zu prüfen, ob ein Contracting-Modell, also eine vollständige externe Finanzierung durch die künftige Betriebsträgerschaft vorteilhafter wäre.

Das vom Stadtrat vorgeschlagene Betreibermodell sieht vor, dass die Stadt die Basisinfrastruktur finanziert und baut. Die Basisinfrastruktur umfasst alle Bau- und Anschlussarbeiten, damit an den ausgewählten Standorten ein Stromanschluss für den Betrieb der Ladeinfrastruktur bereitsteht. Die Erstellung der Ladeinfrastruktur und den Betrieb der Ladestationen übergibt sie an Dritte. Die Refinanzierung der städtischen Investitionskosten erfolgt durch eine Standortmiete sowie eine Umsatzbeteiligung in Form eines Konzessionszuschlags auf jede geladene Kilowattstunde.

Rechtlich und wirtschaftlich nachteilig

Nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung für einen Abklärungsauftrag wurde die bereits laufende Suche nach einer Betriebsträgerschaft sistiert. Vertiefte Abklärungen durch Experten haben ergeben, dass ein Wechsel zu einem externen Finanzierungsmodell aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht nachteilig wäre. Mögliche künftige Betreibende müssen für die Finanzierung der Basisinfrastruktur höhere Zinsen und Risiken einkalkulieren. Dadurch ist zu erwarten, dass diese Mehrkosten vollständig auf die Kundinnen und Kunden abgewälzt werden, was zu höheren Ladetarifen führen würde.

Ein Wechsel des Finanzierungsmodells hätte submissionsrechtlich ein neues Ausschreibungsverfahren und somit einen Abbruch der laufenden Suche erfordert. Wären im neuen Ausschreibungsverfahren weniger vorteilhafte Angebote eingegangen, hätte die Stadt nicht auf die wirtschaftlich interessanten Offerten im aktuell laufenden Verfahren zurückgreifen können.

Stabile Tarife für alle

Das vom Stadtrat ursprünglich gewählte und nun bestätigte Modell teilt Kosten und Risiken zwischen Stadt und Betriebsträgerschaft ausgewogen auf. Dies ermöglicht langfristig stabile und attraktive Ladetarife. Das sistierte Vergabeverfahren wird entsprechend fortgesetzt. Ziel ist eine rasche und rechtssichere Umsetzung der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in Wallisellen. Der Stadtrat hat die entsprechenden Aufträge erteilt. Die geforderte Integration des zusätzlichen Standorts im Gebiet Schäfligraben in das Projekt soll in Koordination mit der zukünftigen Betriebsträgerschaft erfolgen.

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